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Wie harmlos sind Erkältungen – wie gut kann Phytotherapie helfen?

Termin: Mittwoch, den 19. Februar 2003
Zeit: 11.00 - 13.00 Uhr
Ort: PresseClub München
Marienplatz 22
80331 München
11.00 Uhr Prof. Dr. med. Michael Habs, Karlsruhe

Wettbewerb der Krankheiten und seine Auswirkungen

Diskussion

11.15 Uhr Prof. Dr. med. Steffen Maune, Kiel

Nebenhöhlenentzündungen: Weit verbreitet und trotzdem unterschätzt

Diskussion

11.55 Uhr Dr. med. Horst Luckhaupt, Dortmund

Sinusitis: Erheblich beeinträchtigte Lebensqualität bedarf adäquater Behandlung

Diskussion

12.15 Uhr Robert Bischoff, Halle

Praktische Demonstration: Künstliche Nase misst Thymolkonzentrationen in den Atemwegen

Diskussion

12.30 Uhr Schlussdiskussion
Moderation: Dr. Marcela Ullmann
Veranstalter: Komitee Forschung Naturmedizin e.V. (KFN)

Michael Habs, Karlsruhe

Statement zum Thema

Wettbewerb der Krankheiten und seine Auswirkungen

Wie täglich zu beobachten ist, führt die Mittelknappheit der gesetzlichen Krankenkassen im Praxisalltag zu immer deutlicheren Einschränkungen bei der Versorgung der Patienten. Das bezieht sich bereits seit längerem auf die medikamentöse Versorgung, in letzter Zeit aber immer stärker auch auf andere Versorgungsbereiche. Bei Medikamenten nahm die Entwicklung inzwischen geradezu alarmierende Ausmaße an: Während laut Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) im Jahre 1980 jedes GKV-Mitglied noch 23,0 Verordnungen erhalten hatte, waren es im Jahre 1990 nur noch 19,8 Verordnungen und im Jahre 2000 schrumpfte es auf 17,0 Verordnungen. Das entspricht einem durchschnittlichen Rückgang von 6 Verordnungen für jedes GKV-Mitglied innerhalb von 20 Jahren.

Anders haben sich parallel dazu die Kosten für Arzneimittel in den gesetzlichen Krankenkassen entwickelt: 1980 haben die Kassen für Medikamente 181,49 Euro je Mitglied ausgegeben, im letzten Jahr waren es 420,10 Euro. Der Anteil der Arzneimittelausgaben an den Gesamtkosten der GKV ist seit Jahren rückläufig. Die Zahlen belegen aber zugleich eindeutig, was der Einzelne im Alltag schon länger spürt: In Deutschland bekommen weniger Patienten für immer mehr Geld immer weniger Medikamente.

Würde sich dieser Trend unverändert fortsetzen, bekämen GKV-Patienten trotz wachsender Kosten in der Mitte dieses Jahrhunderts rein rechnerisch keine Arzneimittel mehr.

Bei Phytopharmaka müssen sie darauf keine 50 Jahre mehr warten, denn hier verläuft die Ausdünnung noch dramatischer: Während im Jahre 1998 die Krankenkassen (und zwar die gesetzlichen und die privaten zusammen) noch die Kosten für 81,8 Mio. Packungen übernommen haben, waren das zwei Jahre später nur 64,2 Mio. Packungen und im vorigen Jahr lediglich 61,6 Mio. Packungen. Aus heutiger Sicht hat sich also die Menge der  verordneten Phytopharmaka um ein Drittel verringert, die Menge der erstatteten Phytopharmaka ist noch stärker rückläufig. Setzt sich dieser Trend ungebrochen fort, werden spätestens  im Jahre 2014 rechnerisch keine Phytopharmaka mehr von den Krankenkassen erstattet.

Diese Entwicklung kommt politisch nicht von ungefähr. Sie wurzelt in einer fehlgeleiteten Bemühung des Gesetzgebers, Kassenbeiträge stabil zu halten, indem bevorzugt am Arzneimittel gespart wird. Ob man mit dieser Form der Problemlösung allerdings noch die Rechte von Patienten oder gar ihre Bedürfnisse angemessen beachtet, muss bezweifelt werden. Denn die Patienten haben laut Sozialgesetzbuch V einen Anspruch auf angemessene Behandlung im Rahmen ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Im § 11 wird der Versichertenanspruch festgelegt. Im

§ 12 wird dann das häufig missverstandene Wirtschaftlichkeitsgebot beschrieben: Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein, sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Sieht man von den Ausschlüssen im § 34 ab (Erkältungskrankheiten, Mund- und Rachentherapeutika, Abführmittel, Arzneimittel gegen Reisekrankheit) haben Versicherte einen gleichberechtigten Anspruch auf ärztliche Behandlung und Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln, unabhängig von der Art oder Schwere ihrer Erkrankung. Der Arzt hat bei allen Erkrankungen den Auftrag bedarfsgerecht, ausreichend und zweckmäßig zu therapieren, dabei muss er auch das Gebot einer humanen Behandlung erfüllen. Das Maß des Notwendigen sollte deshalb stets vom individuellen Behandlungsbedarf abhängen, und nicht – wie in der Praxis zunehmend zu beobachten ist – sich auf bestimmte Erkrankungen stärker fokussieren.

Trotz aller Gleichheitsgebote scheint die Rationierungswelle nach den Arzneimitteln nun auch die Indikationen zu erreichen. Dadurch stehen im Hinblick auf die Versorgungsmöglichkeiten die einzelnen Erkrankungen in einem sich verschärfenden Wettbewerb zueinander.

Über 90 Prozent aller Behandlungsfälle finden im ambulanten Bereich statt. Die häufigsten „Diagnosen“ (siehe Tabelle) haben wir nach der Verschreibungsstatistik ermittelt, sie können allerdings – je nach verwendeter Klassifikation – jeweils eine andere Reihung bekommen.

Anders als in der Statistik, ist in der Hausarztpraxis „Beratungsanlass“ die Regel und eine gesicherte Diagnose die Ausnahme. Niedergelassene Ärzte bestätigen, dass Patienten mit Schmerzen, insbesondere des Bewegungsapparates, jahreszeitlich bedingten Erkältungskrankheiten oder funktionellen Magen-Darm-Beschwerden die häufigsten subjektiv wahrgenommenen Gründe sind, die zu einem Praxisbesuch führen, lange vor Herzkreislauferkrankungen, psychischen Beschwerden und Diabetes.

Auf diese Realität wird immer öfter – z.B. über Zielvereinbarungen auf KV-Ebene – versucht manipulativ Einfluss zu nehmen. Wird dann beispielsweise eine Therapie als Praxisbesonderheit anerkannt, ist die Regressgefahr für den behandelnden Arzt reduziert. Wird ihre Therapie dagegen als „kontrovers diskutiert“ eingestuft, wird der Arzt Zurückhaltung üben, auch wenn diese Einstufung objektiv nicht begründet ist.

Werden gar Disease Management Programme (DMP) ausgelobt und die Kosten über den Risikostrukturausgleich der Krankenkassen finanziert, so haben wir den Wettbewerb der Krankheiten in Reinform.

Die einzelne Krankenkasse wird dann zwangsläufig bemüht sein, möglichst viele Patienten dazu zu bringen, sich in diese Programme einzuschreiben, weil es ihr im Kassenwettbewerb Budgetentlastung bringt. Die Folge davon ist, dass Patienten entweder Pech haben können, in dem sie eine „ungeliebt“ Erkrankung erleiden, oder Glück, wenn ihre Erkrankung einer so definierten Versorgung zugeführt werden kann. Patienten, die an einer evidenzbasierten, qualitätsgesicherten und aus Sicht der Krankenkassen ökonomisch sinnvollen Krankheit leiden, haben  weniger Versorgungsengpässe zu befürchten.

Dieser Wettbewerb der Krankheiten – im Sozialgesetz nicht vorgesehen – ist heute zunehmend Realität. Die Konsequenz daraus ist, dass für die breite Versorgung immer weniger Ressourcen verfügbar sind und gleichzeitig relativ wenige Patienten immer aufwendiger oder teurer behandelt werden. Indirekt kann man dies auch an der Entwicklung der Verschreibungen ablesen.

Für pflanzliche Arzneimittel ist die Konsequenz klar. Schleichend werden sie aus der Kassenleistung herausgedrängt, der Arzt neigt zur Empfehlung und dem Patienten bleibt der Selbstkauf. Dies ist grotesk, wenn man an die hohe Akzeptanz und Zufriedenheit der Versicherten bei pflanzlichen Behandlungsalternativen denkt und an die Vorgaben des Sozialgesetzbuches V. 

[ Diagramme ]

Dr. Dr. med. habil. Michael Habs,
Vorsitzender des KFN-Kuratorium,
Professor am Walther Straub Institut
der Universität München,
Geschäftsführer der
Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel
Willmar-Schwabe-Straße 4
D – 76227 Karlsruhe
Tel. 0721/ 40 05 497 

 


Steffen Maune, Kiel

Statement zum Thema

Nebenhöhlenentzündungen: Weit verbreitet und trotzdem unterschätzt

Tödliche Komplikationen oder Erblindungen als mögliche Folgen einer Nebenhöhlenentzündung sind durch den hohen Stand der medizinischen Versorgung in Deutschland zu Raritäten geworden. Diese Spitze des Eisbergs einer Erkrankung bringt aber immer noch deren Stellenwert in Prophylaxe und Behandlung zum Ausdruck.

Das widerspiegelt sich auch in den Behandlungszahlen und Kosten, die durch Nasenebenhöhlenentzündungen entstehen. Schätzungsweise wird jeder fünfte Patient einer allgemeinmedizinischen Arztpraxis wegen entzündlicher Beschwerden in der Nase oder den anhängenden Nasennebenhöhlen behandelt. Die Bandbreite reicht dabei von dem sogenannten Schnupfen, allergischen Erkrankungen bis hin zu ausgedehnten eitrigen sog. Sinusitiden, die mit Symptomen wie rasenden Kopfschmerzen, Druckgefühl zwischen den Augen und Abgeschlagenheit einhergehen.

Die ambulante Behandlung allein verschlang in der Zeit von 3. Quartal 2001 zum 3. Quartal 2002 Arzneimittel im Wert von etwa 100 Millionen Euro.

Es ist schwer festzustellen, wie hoch die weiteren medizinischen Kosten wirklich sind, es dürfte aber ein Mehrfaches betragen. Nach einem Prüfbericht von Sigmund aus dem Jahr 1995 werden die Gesamtkosten der Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) mit 909 Millionen DM (ca. 459 Mio Euro) angegeben.

Die Symptomvielfalt und die ausgeprägten individuellen Unterschiede in der subjektiven gesundheitlichen Beeinträchtigung sind möglicherweise die Ursache für einen sehr unterschiedlich empfundenen Leidensdruck bei dieser Erkrankung.

Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von der intensiven konservativen Behandlung bis hin zur ausgedehnten Nasennebenhöhlenchirurgie entlang wichtiger anatomischer Strukturen wie z.B. der Schädelbasis und der Augenhöhle. Der Nutzen einer operativen Behandlung sollte demnach zwischen der zu erwartendem Verbesserung der Lebensqualität gegenüber den möglichen Komplikationen und der Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs abgewogen werden.

Hier ist ein Therapiekonzept sinnvoll, das dem Ausmaß der Entzündung angemessen alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten beinhaltet.

Diese reichen

  • von gesunder Lebensweise mit ausreichend vitaminreicher Kost,
  • körperlicher Bewegung in frischer Luft,
  • über den Einsatz natürlicher Heilmittel wie pflanzlicher Extrakte,
  • bis hin zur intensiven, überlegten Antibiotikatherapie.

Trotz dieser Möglichkeiten entstehen bei etwa 5 Prozent der Bevölkerung dauerhafte Nebenhöhlenentzündungen, die auf das Gehirn oder die Augen übergreifen und bei inkompetenter Behandlung fatale Folgen nach sich ziehen können. Eine zum richtigen Zeitpunkt durchgeführte Operation erfordert zwar wegen der komplizierten räumlichen Verhältnisse einen hohen operativen Standard vom Nasenchirurgen, ist aber in geeigneten Einrichtungen eine recht sichere Behandlung geworden.

Die Entwicklung valider psychometrischer Messinstrumente für die Beurteilung der Lebensqualität wird häufig auch von den Patienten gefordert und gewinnt für die Beurteilung von Kosten-Nutzen-Analysen einer Behandlung zunehmend an Bedeutung.

Prof. Dr. med. Steffen Maune
HNO-Universitätsklinik
Arnold-Keller-Straße 10
D – 24105 Kiel

 


Horst Luckhaupt, Dortmund

Statement zum Thema

Sinusitis: Erheblich beeinträchtigte Lebensqualität bedarf adäquater Behandlung

Nach klinischen Gesichtspunkten unterscheidet man die akute von der akut-rekurrenten und der chronischen Sinusitis. Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung lässt sich in eine neutrophile und eine eosinophile Form unterteilen, wobei im europäischen Sprachraum die eosine Form als Polyposis nasi bezeichnet wird.

Die Symptome der akuten Sinusitis, der Exazerbationen (Wiederaufleben) einer akut-rezidivierenden Sinusitis oder der chronischen Sinusitis unterscheiden sich weniger qualitativ als quantitativ und infolge des zeitlichen Musters.

  • Bei den akuten Nasennebenhöhlenentzündungen handelt es sich um einen plötzlichen Krankheitsbeginn. Wichtigste Symptome sind:
    nasale Obstruktion,
    eitrige Rhinorrhoe,
    postnasale Sekretion,
    Kopf- und/oder Gesichtsschmerzen,
    Abgeschlagenheit.
    Bei Kindern ist Husten ein wichtiges Sinusitissymptom!

• Die eitrige Nasensekretion findet sich sowohl bei bakteriellen als auch bei viralen Nebenhöhleninfektionen.

  • Bei Patienten mit chronischer Sinusitis sind die Symptome oft weniger stark ausgeprägt. Hier stehen im Vordergrund insbesondere
    die behinderte Nasenatmung,
    eine immer wiederkehrende Nasensekretion,
    mitunter unspezifische Kopf- und/oder Gesichtsschmerzen
    und - vor allem bei Polyposis nasi - eine Riechminderung.

Während bei der akuten Sinusitis die klinische Diagnostik dominiert, erfordert eine chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung stets auch eine computertomographische Abklärung.

Standardisierte Befragungen an Patientinnen und Patienten mit Sinusitiden zeigen, dass diese einen vergleichbar hohen Verlust an Lebensqualität beklagen wie solche mit bestimmten Herz- oder Lungenerkrankungen. Insbesondere bei chronischen Nasennebenhöhlen-Entzündungen findet sich neben allgemeinen Krankheitssymptomen auch eine gewisse emotionale Beeinträchtigung der Betroffenen.

 Bei Patienten mit akuter Sinusitis stellen die Schleimhautabschwellung im Bereich der Ostien (Ausführungsgänge), die Verbesserung des Sekretabflusses und im Falle einer purulenten Sinusitis mit entsprechender Klinik eine antibiotische Therapie die Prinzipien einer effektiven Behandlung dar. Die Wiederherstellung von Ventilation und Drainage ist letztendlich das wichtigste Therapieprinzip aller Nasennebenöhlenentzündungen.

Zur Schleimhautabschwellung finden in leichten Fällen z. B. Kochsalzspülungen der Nase, bei purulenten Sinusitiden abschwellende Nasentropfen (stets zeitlich befristet!) Anwendung.

Pflanzliche Drogen kommen zur Therapie einer unkomplizierten Nasennebenhöhlenentzündung in Frage, diese hemmen die Entzündung und Verbessern Drainage und Belüftung der erkrankten Nasennebenhöhlen. Ein Phytotherapeutikum, das präparatsspezifisch für die Indikation "akute und chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen" zugelassen ist, ist SinupretÒ, ein Vielstoffgemisch aus Enzianwurzel, Primelblüten, Sauerampfer, Holunderblüten und Eisenkraut. Wissenschaftliche Studien haben neben der sekretolytischen Wirkung auch entzündungshemmende und antivirale Effekte dieser Arznei gezeigt. Bei akuten Sinusitiden führt der Einsatz des Phytopharmakons – neben der Behandlung mit abschwellenden Nasentropfen und Antibiotika – additive therapeutische Effekte. Standardisierte Myrtolpräparate werden ebenfalls bei Sinusitis-Patienten eingesetzt, hierbei handelt es sich um Ätherischöl-Vertreter. Abhängig von den klinischen Beschwerden erhalten insbesondere Patienten mit akuten Sinusitiden in den ersten Erkrankungstagen auch Analgetika.

Bei den chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen finden die oben erwähnten Therapeutika ebenfalls Anwendung. Abhängig vom klinischen Befund – und vor allem vom Leidensdruck des Patienten – spielt hier aber auch die operative Behandlung (mikro-endoskopische endonasale NNH-Chirurgie) eine wichtige Rolle. Für Patienten mit Polyposis nasi stellt die Entwicklung moderner topischer Steroide (cortisonhaltige Nasensprays) einen therapeutischen Fortschritt dar. Komplikationen akuter und chronischer Sinusitiden werden vom HNO-Arzt – je nach Befund – rein medikamentös oder operativ (mit medikamentöser Unterstützung) behandelt

Dr. med. Horst Luckhaupt
Chefarzt der HNO-Klinik
St. Johannes-Hospital
Johannesstraße 9-11
44137 Dortmund


Robert Bischoff, Halle

Statement zum Thema

Praktische Demonstration: Künstliche Nase misst Thymolkonzentrationen in den Atemwegen

Eine ausreichend hohe Konzentration von Wirksubstanzen am Zielorgan ist die Voraussetzung für jeden Therapieerfolg. Bei der Behandlung von Bronchitis und Sinusitis mit einem pflanzlichen Präparat, das oral eingenommen wurde, bedeutet es, dass die darin enthaltenen ätherischen Öle das Verdauungssystem unbeschadet überstehen müssen, um den Weg in die oberen Luftwegen bzw. an die Nasenschleimhäuten des Betroffenen zu finden.

Den Weg pflanzlicher Wirkstoffe durch den menschlichen Organismus zu verfolgen, ist grundsätzlich nicht einfach, bei ätherischen Ölen dürfte es besonders schwieriger zu sein. Robert Bischoff von der Universität Halle hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Sensobi Sensoren GmbH kürzlich ein System entwickelt, das solche Nachweise führen kann. Mit Hilfe einer „künstlichen Nase“, die das gustatorische Riechen auf elektronischem Wege simuliert, kann man die Konzentrationen bestimmter Substanzen in den Atemwegen sehr genau gemessen.

Anhand einer exemplarischen Vorführung soll während der KFN-Pressekonferenz mit Hilfe dieser künstlichen Nase gezeigt werden, dass Wirkstoffe aus pflanzlichen Bronchitis-Präparaten in ausreichenden Konzentrationen in die Lunge und an die oberen Atemwegen gelangen.

Einige Probanden (das Publikum ist herzlich eingeladen, sich hier aktiv zu beteiligen) nehmen etwa eine Stunde vor der Demonstration ein standardisiertes Thymianpräparat ein. Mit Hilfe des künstlichen Sensorsystems werden dann in der Atemluft dieser Testpersonen die Konzentrationen des aus dem Thymian stammenden ätherischen Öls gemessen.

Der Versuch wird zeigen, dass der Thymolgehalt in den Atemwegen nach der Absorbtion rasch ansteigt: Bei allen Sensoren setzen Leitfähigkeitsänderungen ein, die Luftfeuchte nimmt zu und auch alipathische und alkoholische Komponenten sind detektierbar. Alles Anzeichen für sekretolytische Effekte.

Messreihen haben ergeben, dass erst 2 Stunden nach Einnahme eines solchen Thymian-Präparates die Konzentrationen des Wirkstoffs so weit wieder zurück gegangen sind, dass eine sekretolytische Wirkung nicht mehr sicher ist. Etwa 140 Minuten nach Einnahme erreichen die elektrischen Widerstände der Sensoren wieder die Basislinie.

Robert Bischoff
Sensobi Sensoren GmbH
Weinbergweg 22
D – 06120 Halle
robert.bischoff@medizin.uni-halle.de

Anschrift
Impressum
09.07.2004 Home Heilpflanzen Beschwerden top drucken
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