Teufelskralle lindert Kreuzweh und Rheumaschmerzen

Aktuellen Gesundheitsumfragen zufolge leidet in Deutschland fast jeder, zumindest gelegentlich, unter Schmerzen. Der "Bundes-Gesundheitsurvey" nennt genaue Zahlen: Von den befragten Bundesbürgern geben nur neun Prozent (12 Prozent der Männer, sechs Prozent der Frauen) an, im vergangenen Jahr keine Schmerzen gehabt zu haben. Nach Kopfschmerzen wird am zweithäufigsten über Rückenschmerzen geklagt. Über 30 Prozent der Männer und weit über 40 Prozent der Frauen berichten, in den vergangenen sieben Tagen unter Kreuz- und Rückenschmerzen gelitten zu haben. Bei Männern sind Rückenschmerzen mit 14 Prozent sogar die häufigste Ursache für Arbeitsausfälle, bei Frauen die zweithäufigste (11 Prozent). Die Gesamtkosten für Behandlung, Rehabilitation und vorzeitige Berentung von Patienten mit Rückenschmerzen schätzt der Bund auf über 15 Milliarden Euro jährlich.

Neben der „Volksseuche“ Rückenschmerzen leiden in Deutschland auch fünf Millionen Menschen unter einer Arthrose ("Verschleiß-Rheumatismus"). Dabei sind sich Experten einig, dass wegen der sich verschiebenden Altersstruktur die Häufigkeit von Arthrosen in Zukunft noch weiter zunehmen wird.

Es verwundert deshalb nur wenig, dass die Liste der zehn meistverkauften Arzneimittel in der Bundesrepublik von sechs Schmerzmitteln dominiert wird, mit einem jährlichen Umsatz von insgesamt 87,6 Millionen Packungen. Es handelt sich dabei um so genannte "nichtsteroidale Antirheumatika" (NSAR). Ihre Wirksamkeit ist unbestritten, doch die Schmerzlinderung wird oft teuer erkauft: Die NSAR zeichnen sich durch häufig auftretende Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich, die zur Entstehung von Geschwüren, zu Blutungen und in seltenen Fällen sogar zu Todesfällen führen können.

Als eine vielversprechende pflanzliche Alternative zu den NSAR bieten sich Extrakte aus der Wurzel der südafrikanischen Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) aus der Familie der Sesamgewächse an. Sie besitzen ausgeprägte entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften bei gleichzeitig guter Verträglichkeit.

Die Wirksamkeit eines Trockenextrakts aus Teufelskrallenwurzel wurde beispielsweise in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie der Schmerzklinik Kiel eindrucksvoll bestätigt (Hartmut Göbel et al, in Schmerz 2001 - 15:10-18). Die 65 Studienteilnehmer mit leichten bis mittelstarken Muskelverspannungen beziehungsweise Rückenschmerzen erhielten entweder ein Teufelskrallenwurzel-Extrakt oder ein Placebo zur zweimal täglichen Einnahme. Die Wirkung des Phytopharmakons war der Placebomedikation hochsignifikant überlegen: Die Schmerzintensität und die Muskelschmerzempfindlichkeit ließen deutlich nach, auch der so genannte Muskelhartspann im Bereich der Rückenmuskulatur wurde deutlich gemildert.

Die Wirkung des Teufelskrallenwurzelextrakts bei rheumatischen Beschwerden und anderen Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates wurde in einer anderen Studie mit insgesamt 675 Patienten im Durchschnittsalter von 58 Jahre untersucht (J.M. Ribbat, D. Schakau in NaturaMed 16 (2001) Nr. 3: 23-30). Bewertet wurden die Symptome Bewegungsschmerz, Funktionseinschränkung, Ruheschmerz am Tage und in der Nacht sowie Muskelverspannungen. Unter der Therapie mit dem Phytopharmakon besserten sich alle Symptome um mindestens 50 Prozent. Und was ebenso wichtig ist: 60 Prozent der Patienten, die zuvor ihre Schmerzen mit einem NSAR-Präparat behandeln mussten, konnten im Verlauf der Studie das konventionelle Medikament absetzen. Von den 50 Patienten, die zur Linderung ihrer Beschwerden bisher Kortison benötigten, konnten mehr als die Hälfte in Folge der Behandlung mit dem pflanzlichen Präparat darauf verzichten. Das Medikament aus der südafrikanischen Kletterpflanze erwies sich dabei auch als sehr gut verträglich.

Arthrosepatienten, etwa mit einer Hüftgelenks-(Cox-)Arthrose, sind zur Bekämpfung ihrer chronischen Schmerzen und Beschwerden häufig auf eine Dauermedikation angewiesen. Verträglichkeitsprobleme bei Langzeitanwendung der erwähnten nichtsteroidalen Antirheumatika sind kaum zu umgehen. In einer randomisierten doppelblinden Vergleichsstudie über fünf Monate (H. Frerick, A. Biller, U. Schmidt in Der Kassenarzt Heft 5 (2001) 34-41) konnte bei 46 Patienten im Durchschnittsalter von 58 Jahren mit aktivierter Coxarthrose die übliche Medikation von zweimal täglich 400 mg Ibuprofen in einer sukzessiven Reduktion innerhalb von 16 Wochen durch die Medikation mit einem Teufelskralle-Extrakt ersetzt werden, ohne dass die Schmerzlinderung beeinträchtigt worden wäre. Bei Patienten unter Placebobehandlung nahmen nach Absetzen des Ibuprofen die Beschwerden dagegen zu. Die Verträglichkeit der Monotherapie mit dem Teufelskralle-Extrakt wurde von den Ärzten und den Patienten übereinstimmend und ausnahmslos als gut beurteilt.

Die antientzündliche und schmerzlindernde Wirkung von Extrakten aus Teufelskrallenwurzel wurde auch im Tiermodell geprüft. Eve Morgenstern von der Pharmakologischen Forschungsgesellschaft Biopharm in Berlin verglich das pflanzliche Analgetikum mit den synthetischen Substanzen Phenylbutazon und Diclofenac. Das Ergebnis: Die antientzündliche Wirkung des pflanzlichen Extraktes war der von Phenylbutazon vergleichbar, sein analgetischer Effekt dem von Diclofenac überlegen.

Wichtig zu wissen: Der Name Teufelskralle kann Anlass zu Verwechslungen geben, weil ihn auch zwei heimische Pflanzen führen. Sie spielen jedoch als Heilpflanze keine Rolle. Wissenschaftlich überprüft und nachgewiesen sind lediglich die pharmakologischen Effekte der südafrikanischen Teufelskrallenwurzel.

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20.02.2006 Studienergebnisse Sitemap Impressum - Kontakt