Mistellektine erfolgreich in der Krebstherapie
Die moderne Krebstherapie will Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren zu mehr Lebenszeit verhelfen - und gleichzeitig dazu beitragen, daß sie die gewonnene Zeit in gutem Befinden erleben können. Um dieses Ziel - die Verbesserung der Lebensqualität von Tumorpatienten - zu erreichen, sucht man nach Substanzen, die das Immunsystem der Kranken stimulieren und die oft belastenden Nebenwirkungen von Strahlen- oder Chemotherapie dämpfen.
Mistellektine besitzen diese immunmodulierenden Eigenschaften und eignen sich daher gut zur Unterstützung herkömmlicher Behandlungsformen. Dies ist das Ergebnis einer großangelegten Studie unter der Leitung von Dr. med. Antonio Finelli von der Gesellschaft für Therapieforschung mbH München (GTM), an der sich 884 Patienten mit bösartigen Tumoren vor allem der Brust und des Enddarms beteiligt hatten (publiziert in: Medizin im Bild, Sonderheft Diagnostik und Therapie, 1/1998).
Die Patienten erhielten drei Monate lang zusätzlich zu einer Strahlen- oder Chemotherapie das normierte Mistelextrakt aus Pappelmistel. Nach Abschluß der Kombinations-Behandlung fühlten sich die Studienteilnehmer körperlich leistunsfähiger und empfanden mehr Lebensfreude und weniger Angst als vor Beginn der Therapie. Auch die behandelnden Ärzte bewerteten den Erfolg der Anwendung überwiegend als gut bis sehr gut und empfahlen bei mehr als 85 Prozent der Patienten eine Weiterbehandlung mit der Pflanzenarznei.
Das Mistelpräparat steigert nicht nur die Lebensqualität der Patienten, sondern greift auch direkt in das Krankheitsgeschehen ein: Es hemmt die Ausbreitung von Krebsgeschwüren im Körper, wie Wissenschaftler um Dr. med. Klaus Weber von der Schweizer RCC Research & Consulting Company in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Zürich und dem Forschungsinstitut der Madaus AG, Köln, an Tieren herausfanden (nachzulesen in: Arzneimittel-Forschung / Drug Research, Nr. 48 (I), Bd. 5, S. 497 - 502, 1998). Das Lungengewebe von Mäusen mit schwarzem Hautkrebs war nach dreiwöchiger Gabe der Pflanzenarznei - je nach Höhe der Dosierung - um 58 bis 95 Prozent weniger mit Metastasen befallen als das unbehandelter Artgenossen. Zudem hatte sich die Zahl bestimmter körpereigener Immunzellen durch Mistellektin-1 mindestens verfünffacht.
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