Mönchspfeffer: Phytohormone lindern prämenstruelle Beschwerden

Auch beim unerfüllten Kinderwunsch lohnt ein Therapieversuch

Frauen suchen immer häufiger nach einem Weg mit Gesundheit und Krankheit sensibel umzugehen und das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen zu minimieren. Heilmittel auf pflanzlicher Basis spielen dabei eine bedeutsame Rolle. Für das spezielle „Frauenkraut“ Mönchspfeffer (auch Keuschlamm, lat. Agnus castus) konnte inzwischen der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit geführt werden.

Heilpflanzen, die bei Frauenleiden Einsatz finden, enthalten in der Regel hormonähnliche Wirkstoffe, so genannte Phytohormone. Sie bewirken eine Wiederherstellung des gestörten hormonellen Gleichgewichts. Wie Frauenärztin Dr. Astrid Blank, Heidelberg, betonte, zählt Agnus castus zu den bedeutendsten Lieferanten solcher Phytohormone: „Der effektive Einsatz von Agnus castus wurde bereits in zahlreichen, nach GCP-Regeln ( = good clinical practice) durchgeführten Studien nachgewiesen. Extrakte aus Agnus castus werden vor allem zur Behandlung des sogenannten Prämenstruellen Syndroms (PMS) verwendet.“

Jede dritte Frau leidet an solchen Beschwerden. Dabei treten psychische Veränderungen wie gesteigerte Angst, Anspannung, Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit ebenso auf wie Kopfschmerzen und Schwindel. Außerdem machen sich körperliche Veränderungen wie Brustschmerzen, Wassereinlagerungen oder sogar Libidoverlust bemerkbar. Mit Hilfe eines Agnus-castus-Extrakts lassen sich PMS-Beschwerden deutlich lindern, wie eine Plazebo-kontrollierte, doppelblinde multizentrische Vergleichsstudie in gynäkologischen Praxen und an der Universitätsfrauenklinik Gießen unter der Leitung von Dr. Schellenberg belegt (R. Schellenberg, BMJ 322:134-137, 2001). Vor allem die charakteristischen Brustschmerzen (Mastalgie) verschwinden nach Einnahme eines Agnus-castus-Extrakts bei etwa 70 Prozent der betroffenen Frauen (nachzulesen bei M. Halaska et al, The Breast 8: 175-181, 1999).s

Den Wirkmechanismus der pflanzlichen Inhaltstoffe des Mönchpfeffers konnte von Prof. Dr. Wolfgang Wuttke von der Abteilung Klinische und Experimentelle Endokrinologie der Universitäts-Frauenklinik Göttingen geklärt werden: „Uns ist der Nachweis gelungen, dass Agnus-castus-Extrakte dopaminerge Wirkprinzipien enthalten. Das bedeutet: Die Wirkstoffe dieser Pflanze beeinflussen die Freisetzung des Nerven-Botenstoffes Dopamin und normalisieren dadurch die Ausschüttung des milchbildenden Hormons Prolaktin in der Hirnanhangdrüse. Das vermindert beispielsweise das lästige Spannungsgefühl in der Brust vor den Tagen.“ (Experimental and Clinical Endocrinology, Vol.102 (6) 1994).

Wie eine Untersuchung zeigen konnte, lohnt sich auch beim unerfüllten Kinderwunsches ein Therapieversuch mit diesem Phytopharmakon. Da das pflanzliche Medikament die Funktionen des sogenannten Gelbkörpers (Corpus luteum) normalisiert, kann dort helfen, wo die Kinderlosigkeit auf eine Störung der Gelbkörperproduktion zurückgeht.

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20.02.2006 Studienergebnisse Sitemap Impressum - Kontakt