Johanniskraut hilft gegen Depression und schützt das Herz
Studie beweist: Pflanzliches Antidepressivum ohne negative Auswirkungen auf das EKG
Gedrückte Stimmung, morgendliche Niedergeschlagenheit und nächtliches Grübeln sind typische Symptome einer ernstzunehmenden Depression. Das Risiko, im Laufe des Lebens an diesem Leiden zu erkranken, nimmt offenbar zu und liegt zur Zeit für Männer zwischen 8 und 12 Prozent, bei Frauen sogar bei 20 bis 25 Prozent. Soweit die schlechte Nachricht. Die gute lautet: In der Behandlung von Depressionen hat sich ein erstaunlicher Wandel vollzogen. Heute setzen immer mehr Ärzte ein Präparat aus Johanniskraut (Hypericum perforatum) ein. Wissenschaftliche Untersuchungen haben überdies ergeben, dass die Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze auch auf Herz und Kreislauf einen günstigen Einfluss haben.
Von Patienten, deren Depressionen mit sogenannten trizyklischen Antidepressiva behandelt werden, klagen 20 bis 50 Prozent über Nebenwirkungen. Besonders häufig wird über Mundtrockenheit und Verstopfung, Zunahme an Gewicht und Abnahme des sexuellen Verlangens (Libido) berichtet. Gravierender sind jedoch die Risiken für das Herz-Kreislauf-System. Unter trizyklischen Antidepressiva kann es mitunter zu Herzjagen und Schwindel kommen, der Blutdruck geht in den Keller. Besonders gefürchtet sind sogenannte Reizleitungsstörungen des Herzens, die an deutlichen Veränderungen des EKGs zu erkennen sind. Sie können so gravierend sein, dass das Antidepressivum deshalb abgesetzt werden muss.
Gerade im Hinblick auf die herzschädigenden Effekte erweist sich Johanniskraut als eine besonders günstige Alternative zu synthetischen Antidepressiva. Johanniskraut ist nicht nur frei von solchen Nebenwirkungen, es hat im Gegenteil sogar eine „kardioprotektive“ Wirkung, wie eine doppelblinde randomisierte Multicenterstudie von der Psychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik Essen (Pharmako-psychiatrie, 30 Suppl. 2:86-8, 1997) zeigen konnte. Dort wurden zwei Gruppen von depressiven Patienten miteinander verglichen. Die eine erhielt sechs Wochen lang das Antidepressivum Imipramin. Patienten der zweiten Gruppe wurden mit dem Johanniskrautextrakt LI 160 behandelt. Das Ergebnis: In den EKGs der 76 Patienten aus der Imipramin-Gruppe wurde während der Behandlung ein signifikanter Anstieg krankhafter EKG-Zeichen registriert. Bei den 84 mit Johanniskraut behandelten Patienten gab es dagegen sogar weniger EKG-Störungen als zu Beginn der Behandlung.
Seit kurzem sind auch amerikanische Ärzte von den günstigen Eigenschaften des Johanniskrauts überzeugt. Aufgrund der neuen Studien hat die amerikanische Internisten-Gesellschaft ACP-ASIM erstmals auch Johanniskraut als Antidepressivum in ihre Richtlinien zur Pharmakotherapie der Depressionen aufgenommen.
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