Ginkgo bewährt sich in der Alzheimer-Therapie
Bislang gibt es kein Medikament, das dem Fortschreiten der Alzheimererkrankung ein Ende setzen kann. Solange sich das Übel nicht an der Wurzel packen lässt, erhalten demenzkranke Menschen Substanzen, die das allmähliche Absterben ihrer Hirnzellen verlangsamen. Dazu eignet sich neben Medikamenten aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer auch ein Spezialextrakt aus den Blättern des Ginkgo-Baumes. Ein Vergleich der Studien zur Wirksamkeit von vier Cholinesterasehemmern und dem Ginkgo Spezialextrakt EGb 761 bei der Alzheimer-Krankheit zeigte: Das Pflanzenpräparat verzögert Demenzerkrankungen im gleichen Ausmaß wie die synthetischen Medikamente und ist zudem besser verträglich als diese (nachzulesen bei A. Wettstein in Fortschritte der Medizin, 117. Jahrgang, Band 1, S.11, 1999).
Der Ginkgo-Extrakt EGb 761wird in Deutschland seit 20 Jahren bei nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit und Demenzerkrankungen eingesetzt. Seine pharmakologischen Wirkungen führt dazu, dass die Nervenzellen besser mit Sauerstoff versorgt werden und deshalb besser arbeiten können. Einen weiteren Effekt des Phytopharmakons entdeckte jüngst eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. med. Josef Krieglstein vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Marburg: Ginkgo-Extrakt und einige seiner Komponenten schützen Nervenzellen vor dem Zelltod, der so genannten Apoptose. An in Nährlösungen gezüchteten Ratten- und Hühnerzellen lässt sich die Apoptose gezielt herbeiführen, wenn man die Nahrungszufuhr stoppt und bestimmte Gifte zuführt. Wie die Marburger Forscher herausfanden, kann Ginkgo-Extrakt das unweigerliche Absterben der Nervenzellen verzögern. Die größte Wirkung entfaltete hier Bilobalid, ein Bestandteil des Pflanzenextrakts: Unter seinem Schutz lebten nahezu alle vergifteten Zellen 12 Stunden lang weiter (Quelle: B. Ahlemeyer et al., European Jorunal of Pharmacology, Band 367, S. 423-430, 1999).
Dass diese Schutzfunktion von Ginkgo Menschen mit Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen zugute kommt, belegt eine amerikanische Studie mit mehr als 300 Teilnehmern: Mit dem Pflanzenpräparat behandelte Patienten konnten ihre Gedächtnisleistungen und andere kognitive Fähigkeiten länger halten und kamen im Alltag besser zurecht als Patienten, die ein Scheinmedikament bekommen hatten (publiziert von P. L. Le Bars et al. in JAMA, Band 278, Nr. 16, S. 1327, 1997). Von ähnlichen Erfolgen berichten auch Ärzte der Gerontospychiatrischen Abteilung der Freien Universität Berlin, die 216 dementen Patienten sechs Monate lang entweder mit dem Ginkgo-Extrakt oder mit einem wirkstofffreies Kontrollmittel behandelten (S. Kanowski et al. Pharmacopsychiatry, Band 29, S. 47-56, 1996).
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